Restholzstücke werden zu tragenden Pfeilern zusammengesetzt
Ein Team der EPFL hat einen interaktiven Bauassistenten entwickelt, der Holzreste verwertet. Damit lässt sich vermeiden das die Hälfte des im Bauwesen verwendeten Holzes verschwendet wird.

Pläne werden projiziert, Holzreste platziert. | Foto: Lab for Creative Computation, EPFL
Holz ist trendy im Bauwesen. Als nachwachsender Rohstoff und als Kohlenstoffspeicher hat es ökologisch einen ungleich besseren Ruf als Beton oder Stahl. Doch paradoxerweise landet mit der zunehmenden industriellen Verarbeitung die Hälfte davon im Abfall. Die steigende Nachfrage erfordert ein besseres Management.
Ein Team der EPFL hat nun ein System entwickelt, mit dem sich mit Hilfe von Robotern tragende Konstruktionen aus Holzresten bauen lassen. Roboter brauchen aber Materialien mit konstanten Eigenschaften – das trifft auf Holzreste kaum zu. «Wir haben die Variabilität des Materials aber als Herausforderung betrachtet, nicht als Hindernis », erzählt Eleni Skevaki, Doktorandin der Forschungsgruppe für kreative Informatik. Ihr System ist darum eine Schnittstelle zwischen Mensch und Roboter.
Das Prinzip: Der Anwender legt die Holzabfälle auf einen Tisch. Eine Kamera analysiert jedes Stück in Echtzeit. Ein Projektor bildet den Plan der Konstruktion im Massstab 1:1 auf der Arbeitsfläche ab. Von Hand werden physische Marker platziert, um etwa das Einfügen oder Verschieben eines Elements einzuleiten. Der Mensch entscheidet, der Roboter führt aus. Ergebnis: Fast 80 Prozent der eingebrachten Reststücke wurden in die Struktur aufgenommen.
Und das System entwickelt sich weiter. Visionen sind etwa die integrierte Berechnung der mechanischen Festigkeit und der Einsatz mehrerer Roboter für grössere Strukturen. «Im Bauwesen wird oft im Team gearbeitet. Das System kann von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden», so Skevaki. Nächster Schritt: der Bau eines kleinen Pavillons.