Schmuckstein mit eingraviertem Achilles

Auf diesem etruskischen Karneol (roter Quarz) wurde der legendäre Achilles eingraviert. Der Pfeil steckt aber nicht in der Ferse. | Foto: The Trustees of the British Museum

Die Ferse gilt als die einzige verletzliche Stelle des griechischen Helden Achilles. Stimmt nicht, es war der Talus-Knochen im Knöchel, sagt Barbara Carè von der Universität Lausanne. Dem Irrtum zugrunde liegen Neuinterpretationen des lateinischen Begriffs talus in Mittelalter und Renaissance. Sie verschoben die Bedeutung in romanischen Sprachen vom Knöchel zur Ferse. Diesen Befund belegen auch klassische Darstellungen wie diese Gravur. Der Talus-Knochen als Schwachpunkt sei anatomisch sinnvoller, findet Carè, denn ohne ihn verliert ein Krieger den stabilen Stand sowie seine Schnelligkeit und Beweglichkeit.

B. Carè: From the astragalus to the heel: revisiting the anatomy of Achilles’ mythical invulnerability. Bulletin of the Institute of Classical Studies (2026)