Synchron mit der Hirnaktivität im Schlaf oszilliert die Helligkeit der Chamäleonhaut. | Foto: Nature Neuroscience (2025)

Schlaf birgt noch viele Geheimnisse. Nun hat ein internationales Team nachgewiesen, dass ein zentraler Schlafrhythmus deutlich älter ist als bisher angenommen. Die Forschenden zeichneten Gehirnaktivitäten von Menschen, Ratten, Tauben und Echsenarten wie Geckos, Leguane oder Pantherchamäleone auf. Bei allen fanden sie Phasen, in denen die Aktivität in extrem langsamen Zyklen oszillierte.

Die Intervalle dieser Infraslow-Rhythmen haben eine Länge von ungefähr fünfzig Sekunden bis zwei Minuten. Sie sind eng gekoppelt an Körperfunktionen wie Augenbewegungen, Muskeltonus, Herzschlag oder Atmung.

«Ist der Schlaf weniger tief, kann ein Tier seine Umwelt vielleicht besser wahrnehmen.»Markus Schmidt

Besonders eindrücklich zeigt sich dieser Zusammenhang bei Chamäleons: Synchron mit den Gehirnoszillationen verändert sich die Helligkeit der Haut dieser Tiere während des Schlafs. «Wir vermuten, dass die Schlafzyklen den Sauerstoffgehalt in den Blutgefässen der Chamäleonhaut schwanken lassen», sagt der Schlafforscher Markus Schmidt vom Inselspital Bern, der an der Studie beteiligt war. «Je nach Sauerstoffgehalt reflektieren spezialisierte Hautzellen, die Chromatophoren, das Licht unterschiedlich.»

Die Infraslow-Rhythmen treten in der mit wenig Hirnaktivität verbundenen Non-REM-Schlafphase auf. Ihre Funktion ist nicht geklärt. Eine Hypothese ist, dass die kurzen aktiven Phasen Tieren dabei helfen, nicht im Schlaf von Feinden überrascht zu werden. «In diesen ist der Schlaf weniger tief – so kann ein Tier seine Umwelt vielleicht besser wahrnehmen», so Schmidt.

P. Fonton et al.: Epidemiological and Molecular Surveillance of Multiresistant Citrobacter freundii Complex in a Tertiary Care Hospital: A Retrospective Cohort Study. The Journal of Infectious Diseases (2026)