Es könnte sein, dass die Blutzuckermessung nur nötig ist, weil ein bestimmtes Gen von Vater anstatt von der Mutter kam. | Foto: Unsplash

Von fast jedem Gen haben wir zwei Versionen – eine von jedem Elternteil. Und nicht immer ist egal, von wem welches Gen stammt. Die gleiche Variante fördert etwa Diabetes Typ 2, wenn sie vom Vater kommt − oder schützt davor, wenn sie von der Mutter vererbt wurde. Aus Mangel an Daten zum Erbgut von Eltern und ihren Kindern ist das Phänomen jedoch wenig untersucht. Forschende der Universität Lausanne haben nun fast 30 neue genetische Varianten mit unterschiedlichem Effekt gefunden − durch Analyse naher Verwandter von über 200 000 Personen in Biobanken. «Die meisten dieser genetischen Varianten betreffen Wachstum und Stoffwechsel. Dieses Muster wollen wir jetzt genauer untersuchen», sagt Erstautor Robin Hofmeister. Vermutlich steckt dahinter ein evolutionsbiologischer Konflikt der biologischen Geschlechter: Väter wollen grosse Babys, Mütter dagegen Ressourcen sparen für künftige Fortpflanzung.

R. J. Hofmeister et al.: Parent-of-origin effects on complex traits in up to 236,781 individuals. Nature (2025)