2021 kam der Schweizer Ethikkodex zur wissenschaftlichen Integrität. Im November 2024 folgt nun das entsprechende Schweizer Kompetenzzentrum. | Foto: Akademien der Wissenschaften Schweiz

KI macht es einfacher, Publikationen zu fälschen. Zudem nimmt die politische Polarisierung weltweit zu. Unter diesen Bedingungen ist integre Wissenschaft umso wichtiger. Die Schweizerische Hochschulkonferenz hat im November 2024 die Gründung eines Kompetenzzentrums für wissenschaftliche Integrität Schweiz beschlossen, wie die Akademien der Wissenschaften Schweiz berichteten. Bei ihnen wird das Zentrum angesiedelt sein.

Damit erhält die Schweiz erstmals eine zentrale Stelle, die Hochschulen berät und dem schweizerischen Kodex für wissenschaftliche Integrität von 2021 zu besserer Verbreitung verhelfen soll. «Sie wird ausserdem Daten zur Einhaltung der wissenschaftlichen Integrität erfassen und so einen umfassenden Überblick über die Situation in der Schweiz und damit einen internationalen Vergleich ermöglichen», schreiben die Akademien. Das Zentrum besteht aus einer Geschäftsstelle und einem Rat, dessen Gründungspräsident der emeritierte Chemieprofessor Edwin Constable ist.

«Die Produkte, Entscheidungs­findungen und Kommunikation der Wissenschaft müssen vor politischer Einflussnahme abgeschirmt werden.»Policy der US-Umweltbehörde (EPA)

Auch in anderen Ländern wird aufgerüstet. So wurde der Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durch einen unabhängigen Verein ersetzt, das Ombudsgremium für wissenschaftliche Integrität. Die Finanzierung des Gremiums durch die DFG wurde zudem institutionalisiert. Damit wer-de «der Stellenwert guter wissenschaft­licher ­Pra­xis und wissenschaftlicher Integrität als Voraussetzung für einen exzellenten Wissenschaftsstandort Deutschland deutlich hervor­gehoben», schreibt die DFG. Die US-ameri­kanische Umweltbehörde EPA hat sich auch eine neue Policy gegeben, kurz bevor Donald Trump die Präsidentschaft antrat. Damit Vertrauen in die Wissenschaft gedeihen könne, müssten «deren Produkte, Entscheidungs­findungen und Kommunikation vor politischer Einflussnahme abgeschirmt» werden.