Blätter, Punkte, Schraffuren: Die Scherben aus dem 15. Jahrhundert haben keine leeren Flächen. | Foto: Museo Internazionale delle Ceramiche in Faenza

Schon Aristoteles vermutete: Der Mensch hat eine Abscheu vor leeren Flächen − was sich auch in der Kunst zeigt. Ein gutes Beispiel dafür sind diese venezianischen Keramikscherben aus dem 15. und 16. Jahrhundert, so Ariane Milicev von der Universität Bern.

Es gibt darauf kein freies Plätzchen, mögliche Lücken sind gefüllt mit Verzierungen wie Blättern, Schraffuren und Punkten. Die Kunsthistorikerin untersucht die dafür eingesetzten Techniken. Vermutlich sind die Scherben Überreste von Schalen, deren Verwendungszweck derzeit noch ein Rätsel darstellt.

A. Milicev: Horror vacui in Early Modern Ceramics: Overall Approach to Covering Surfaces. Quaderni di Venezia Arti 9 (2025)