Avocadoplantagen in Andalusien.

Avocadoplantagen in Andalusien sind von intensiver Bewässerung abhängig. | Foto: Alamy Stock Photo

Der Avocado-Boom in Südspanien trug in den letzten Jahren zu einer extremen Wasserkrise bei. Auslöser war ein Regenmangel, der von 2019 bis 2024 besonders lang und intensiv war. Dass die Krise aber nicht allein auf das Wetter zurückzuführen ist, zeigt eine Studie unter Leitung von Victoria Junquera von der Universität Bern. Entscheidend war auch ein langfristiges Ungleichgewicht zwischen Bedarf und Ressourcen. Diese strukturelle Wasserknappheit wiederum ist das Ergebnis einer mangelhaften Verwaltung.

«Die Messung der Grundwassernutzung ist nicht obligatorisch.»Victoria Junquera

Seit fast 25 Jahren müssen alle Regionen in Spanien einen Wassermanagement-Plan haben. Doch vielerorts fehlen die dafür nötigen Daten: Grundwasserstände werden nicht systematisch erhoben, und die Entnahmelizenzen richten sich kaum nach dem tatsächlich verfügbaren Wasser. «Zudem ist die Messung der Grundwassernutzung nicht obligatorisch», sagt Junquera. Die Behörden sind deshalb auf Schätzwerte angewiesen. «Wir haben viele Stunden lang Excel-Tabellen und Pläne durchforstet und dabei festgestellt, wie gross die Unsicherheiten bei den Daten sind.»

Neben mehr Wasser und effizienterer Nutzung fehlt vor allem eines: bessere Übersicht. Wer braucht wo und wie viel Grundwasser? Und wie gross sind die verfügbaren Reserven tatsächlich? Diese Wissenslücken machen ein nachhaltiges Management unmöglich. Klare Obergrenzen für bewässerte Flächen, weniger Entnahmelizenzen und wirksamere Kontrollen könnten das Risiko künftiger Dürrekrisen deutlich senken.

V. Junquera et al.: Severe water crisis in southern Spain under expanding irrigated agriculture: A multidimensional drought analysis. PNAS (2025)