Ecstasy könnte Gedächtnis stören
Wer oft und über längere Zeit Ecstasy konsumiert, riskiert Veränderungen im Gehirn – die sich auch auf die Erinnerung auswirken.

Zwei Ecstasy-Pillen im Monat über acht Jahre können den Hippocampus verändern. | Foto: Alamy Stock Photo
Die häufige Einnahme von Ecstasy (hauptsächlich MDMA) lässt möglicherweise eine bestimmte Hirnregion schrumpfen, wie eine Studie der Universität Zürich aufzeigte. Dabei handelt es sich um den Hippocampus, der Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt. Studienteilnehmende, die regelmässig Ecstasy konsumierten, schnitten in einem Gedächtnistest schlechter ab: Nach zwei Stunden erinnerte sich die mittlere Konsumentin an 12 von 15 Wörtern – in der Vergleichsgruppe an 14.
Durch die Einnahme von MDMA werden im Gehirn Botenstoffe wie Serotonin ausgeschüttet. Dies führt zu intensiven emotionalen Zuständen. «Die Studie zeigt, dass der Hippocampus dort schrumpft, wo es viele Serotoninrezeptoren gibt», erklärt der Pharmakopsychologe Boris Quednow. Er geht davon aus, dass der MDMA-bedingte Serotoninüberschuss das Gehirn verändert. Je mehr Ecstasy konsumiert wurde, desto grösser waren die Veränderungen.
Im Mittel nahmen die 61 Studienteilnehmenden seit acht Jahren rund zwei Pillen pro Monat ein. «Das ist etwa die Menge, die üblicherweise auf Partys konsumiert wird», sagt Quednow. MDMA macht selten körperlich oder psychisch abhängig, doch andere langfristige Risiken wie Gedächtnisstörungen im Alter sind noch kaum erforscht.
Auch wenn der Zusammenhang zwischen Serotonin, Hirnstruktur und Gedächtnisdefiziten klar ist: Der Einfluss weiterer verzerrender Faktoren ist nicht ganz ausgeschlossen. «Auch Lebensstil oder Schlafverhalten können die Gedächtnisleistung beeinflussen».