Die lokale Forschung in Afrika soll Aufwind bekommen: Vor dem Hauptquartier des Africa Centres for Disease Control and Prevention in Addis Abeba, Äthiopien. | Bild: Africa CDC

Obwohl 18 Prozent der Weltbevölkerung in Afrika leben, finden dort laut Nature nur ein bis zwei Prozent der Forschung und Innovation statt. Die afrikanischen Staaten geben mit nur 0,42 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts im Durchschnitt deutlich weniger Geld für Forschung aus als die Staaten weltweit mit 1,7 Prozent. Die Hintergründe sind komplex.

Einerseits hängt die Forschung in Afrika zu einem grossen Teil von Geldern der Partner im globalen Norden ab und ist so auch «nach wie vor deren Schwankungen und Launen unter­worfen», wie Nature ausführt. Andererseits habe man «in Afrika nicht verstanden, dass Länder, wenn sie in der Wissenschaft wett­bewerbsfähig sind, dies auch wirtschaftlich werden», wie Salim Abdool Karim, Direktor des Zentrums für das Aids-Forschungs­programm in Südafrika, sagt. Die Forschung werde als Kostenfaktor und nicht als wirtschaftliche Investition betrachtet.

«Leute aus dem globalen Norden fliegen mit ihren Vorschlägen und Methoden hierher und es gibt keine klare Rolle für lokale Forscher».Raji Tajudeen

Die Mitglieder des afrikanischen Science Granting Councils schlagen unter anderem ein afri­kanisches Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsforum vor. Dieses soll Interessenvertretungen und politische Entscheidungstragende zusammenbringen und eine einheitliche afrikanische Stimme fördern, vermeldet die Plattform Sci-Dev-Net. «Dies würde die Länder nicht nur dazu bringen, einer besseren Finanzierung der Wissenschaft Priorität einzuräumen, sondern auch externen Geldgebern ermöglichen, die Prioritäten des Kontinents zu kennen», wird Farai Kapfudzaruwa von der Universität Pretoria zitiert.

Raji Tajudeen von den Afrikanischen Zentren für Seuchenkontrolle sagt: «Leute aus dem globalen Norden fliegen mit ihren Vorschlägen und Methoden hierher, mit der Art und Weise, wie sie die Dinge angehen wollen, um in Afrika zu forschen, und es gibt keine klare Rolle für lokale Forscher – ich denke, das muss aufhören.»