Darstellung eines Dickdarms, der aus Computertomographien zusammengesetzt ist. | Foto: iStock

Eine bestimmte Art von weissen Blutkörperchen infiltriert Tumore und fördert dort paradoxerweise das Zellwachstum. Bei Darmkrebs haben die Immunzellen jedoch manchmal genau den gegenteiligen Effekt: Dort ist ihre Anwesenheit mit einer besseren Prognose assoziiert. Den Mechanismus dahinter haben nun Forschende der USI aufgedeckt: Die weissen Blutkörperchen tragen auf ihrer Oberfläche einen speziellen Rezeptor, an den manche Bakterien des Darmmikrobioms binden. Dies löst in den Immunzellen die Produktion von Stoffen aus, die Tumorzellen abtöten.

Bemerkenswert: Das alles passiert nur bei den Menschen, die sowohl einen funktionierenden Rezeptor herstellen als auch über die richtigen Bakterienarten im Darm verfügen. «Das illustriert, wie multifaktoriell und individuell die Tumorbekämpfung ist», sagt die Krebsforscherin Giandomenica Iezzi. Ihr Team forscht nun an Substanzen, die den Rezeptor auf ähnliche Weise aktivieren.

E. Sorrenti et al.: Intratumoral microbiota and host genotype cooperatively shape neutrophil cytotoxic functions in colorectal cancer. Cell Host & Microbe (2026)