signifikant

Foto: Florian Fisch
Ein Energiespezialist warnt im Tages-Anzeiger vor einem «signifikant höheren Stromverbrauch» durch den KI-Boom. Gemeint ist: Die Rechenzentren werden erheblich mehr Energie benötigen. So verwenden die meisten Menschen im Alltag den Begriff signifikant. Ganz anders liest sich das in wissenschaftlichen Studien. Dort steht zum Beispiel: «Fluvoxamin führte zu einer signifikanten Reduktion der Fatigue.» Anders gesagt: Die Ergebnisse einer statistischen Erhebung zeigen: Das Medikament macht ziemlich sicher einen Unterschied.
Ob dieser Effekt im Alltag erkrankter Menschen hilfreich oder zumindest spürbar ist und damit im umgangssprachlichen Sinn signifikant, darüber sagt die statistische Signifikanz jedoch nichts aus. Zu Fluvoxamin steht im wissenschaftlichen Artikel später, der Effekt sei «von klinisch bedeutsamer Grösse». Diese Bedeutsamkeit müsse man im Auge behalten, schreibt ein leitender Arzt vom Hôpital du Jura anonym in Le Temps, denn: «Wenn Studienresultate mit Pfeifen und Trompeten angekündigt werden, ist in der Regel eine signifikante Dosis Vorsicht geboten.»