Positive Diskriminierung liefert im Endeffekt keine positiven Resultate

Der gleiche Schauspieler machte einen Pitch für Investorinnen und Investoren. Seine Kompetenz wurde dabei unterschiedlich eingeschätzt. | Foto: 2026 Stroe et al.
Potenzielle Investoren und Investorinnen reagieren positiv auf Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Für eine Studie der Universität St. Gallen hielt dieselbe Person einen identischen Pitch, einmal stehend und einmal im Rollstuhl. Im zweiten Fall wurde sie als kompetenter und wärmer eingeschätzt. «Das klingt auf den ersten Blick positiv», sagt Erstautorin Silvia Stroe. Doch hinter dieser positiven Diskriminierung steckten Vorurteile, die sich als paternalistisches Wohlwollen äussern. Ausgrenzung findet jedoch eindeutig statt, denn Menschen mit körperlichen Behinderungen sind im Unternehmertum nach wie vor unterrepräsentiert. Die negative Diskriminierung finde folglich wohl erst in späteren Phasen der Kapitalvergabe statt, so Mitautorin Charlotta Sirén.