
Illustration: Ikonaut
5 — Auch bei anderen Problemen
In Zukunft könnte die App auch bei
Suchtkrankheiten und gegen Bewegungsmangel
eingesetzt werden.
Andere Forschungsgruppen dürfen
sie zum Selbstkostenpreis für Verhaltensstudien
benutzen.
4 — Für Krankenkasse und Klinik
Die Forschenden konnten die Wirkung
der App in zwei klinischen Studien
bestätigen und haben das
Spin-off Bewe gegründet. Softwareentwickler
verbessern nun das Spielerlebnis.
Eine Krankenkasse, die
erste Kundin, hofft auf einen Präventionseffekt.
Auch Abnehmkliniken
sind auf dem Radar des Spin-offs.
3 — Spielen baut Gehirn um
Das Vermeidungssystem (V) erzeugt
die Zurückhaltung, indem es das
motorische
Zentrum (M) hemmt.
Dadurch entsteht jedoch ein Konflikt
(Blitz) mit dem Belohnungssystem
(B). Dieser muss in der dafür zuständigen
Konfliktlöseregion (K) aufgehoben
werden. In der Folge wird das
Gehirn umgebaut. Kurz: Die Nutzenden
werden durch so beeinflusst,
dass sie sich bei Schokolade auch in
der Realität zurückhalten.
2 — Stopp bei Schokolade
Forschende der Universität Freiburg
haben eine Spiele-App entwickelt,
die das unbändige Verlangen nach
Essen vermindern kann. Wie beim
Computerspielklassiker Breakout
sollen die Nutzenden Objekte auf
eine Backsteinmauer schleudern, um
diese aufzubrechen. Erscheint auf
dem Bildschirm zum Beispiel ein gesunder
Apfel, muss dieser möglichst
reaktionsschnell geworfen werden.
Taucht eine Schokolade auf, dürfen
die Spielenden nicht reagieren.
1 — Belohnungssystem für Süsses
Das menschliche Gehirn ist darauf
ausgelegt, energiereiche Nahrung zu
suchen: Der Anblick einer Schokolade
regt das Belohnungssystem (B)
an, was Heisshungerattacken auslöst.
Nun wird das motorische Zentrum
(M) aktiviert, also bewegen wir
uns und greifen nach der Süssigkeit.
Ist nun mehr als genug zu essen da,
konsumieren wir deswegen zu viel
und kriegen Gesundheitsprobleme.